Besser schlafen: 10 Tipps, die wirklich helfen
Guter Schlaf ist kein Zufall, sondern das Ergebnis vieler kleiner Gewohnheiten, die zusammenwirken. Hier sind zehn Tipps, die sich bewährt haben und einfach umzusetzen sind. Kein Wundermittel, keine Esoterik.
Wer schlecht schläft, sucht oft nach dem einen Trick, der alles löst. Den gibt es nicht. Guter Schlaf entsteht aus dem Zusammenspiel von Licht, Temperatur, Rhythmus und der richtigen Routine am Abend. Die gute Nachricht: An jeder dieser Stellschrauben kannst du selbst drehen. Nimm dir ein bis zwei Tipps vor, statt alles auf einmal zu ändern, und beobachte, wie sich dein Schlaf verändert.
1. Feste Schlafzeiten halten
Der wirksamste Tipp von allen: Geh möglichst immer zur gleichen Zeit ins Bett und steh zur gleichen Zeit auf, auch am Wochenende. Dein Körper liebt Rhythmus. Eine stabile innere Uhr macht das Einschlafen am Abend und das Aufwachen am Morgen spürbar leichter. Unregelmässige Zeiten dagegen wirken wie ein kleiner, ständiger Jetlag.
2. Kein Koffein mehr ab dem frühen Nachmittag
Koffein bleibt länger im Körper, als viele denken. Nach rund fünf bis sechs Stunden ist erst die Hälfte abgebaut. Ein Kaffee um 16 Uhr wirkt um Mitternacht also noch nach, auch wenn du es nicht direkt spürst. Setz dir eine persönliche Koffein-Grenze, etwa am frühen Nachmittag, und greife abends lieber zu Kräutertee. Das gilt auch für Schwarztee, Cola und Energydrinks.
3. Abends leicht essen, kein Alkohol
Alkohol macht zwar müde, stört aber die Schlafqualität in der zweiten Nachthälfte und lässt dich häufiger aufwachen. Schweres oder sehr spätes Essen hält den Körper mit der Verdauung beschäftigt. Iss die letzte grössere Mahlzeit lieber zwei bis drei Stunden vor dem Zubettgehen und halte sie eher leicht.
4. Bildschirme rechtzeitig weglegen
Das helle, blaue Licht von Smartphone, Tablet und Fernseher signalisiert dem Körper Tag und erschwert das Einschlafen. Versuch, die letzten 30 bis 60 Minuten vor dem Schlafen bildschirmfrei zu gestalten, am besten lässt du das Smartphone ganz aus dem Schlafzimmer. Wenn du abends nicht ganz verzichten willst, kann eine Blaulichtfilterbrille einen Teil des Lichts herausfiltern.
5. Komplett abdunkeln
Schon wenig Licht kann die natürliche Melatoninbildung stören. Dunkle dein Schlafzimmer so gut wie möglich ab, mit Vorhängen oder Rollläden, und verbanne kleine Lichtquellen wie Stand-by-LEDs. Eine Schlafmaske ist eine einfache Lösung, wenn sich der Raum nicht vollständig verdunkeln lässt, und gerade auf Reisen, im Hotel oder im Flugzeug, ist sie Gold wert.
6. Das Schlafzimmer kühl halten
Zum Einschlafen senkt der Körper seine Kerntemperatur. In einem zu warmen Raum gelingt ihm das schlechter, und der Schlaf bleibt unruhig. Als angenehm gilt eine Schlaftemperatur von etwa 16 bis 18 Grad. Lüfte vor dem Schlafen noch einmal kurz durch, im Sommer am besten spät abends oder früh morgens, wenn die Luft draussen kühler ist.
7. Morgens viel Licht tanken
Licht am Morgen ist genauso wichtig wie Dunkelheit am Abend, wird aber oft vergessen. Helles Licht direkt nach dem Aufwachen stellt deine innere Uhr und sorgt dafür, dass du abends rechtzeitig müde wirst. Geh morgens kurz nach draussen oder ans Fenster. Ein Lichtwecker weckt dich sanft mit langsam heller werdendem Licht und unterstützt diesen natürlichen Rhythmus, gerade in den dunklen Monaten.
Besser schlafen heisst selten, mehr zu tun. Meistens heisst es, weniger zu brauchen.
8. Ein festes Abendritual etablieren
Immer die gleiche Abfolge vor dem Schlafen signalisiert dem Körper, dass der Tag vorbei ist. Das kann eine Tasse Tee sein, ein ruhiger Duft im Raum mit einem Diffuser oder ein paar Seiten in einem Buch. Wichtig ist nicht der einzelne Schritt, sondern die Wiederholung. Mit der Zeit wird das Ritual zum Einschlaf-Signal.
9. Nicht wachliegen
Wenn du nach etwa 20 Minuten nicht einschläfst, steh lieber kurz auf und mach etwas Ruhiges bei gedämpftem Licht, lesen zum Beispiel. Im Bett wachzuliegen und auf den Schlaf zu warten verknüpft das Bett mit Anspannung, und Anspannung ist der grösste Feind des Einschlafens. Geh erst zurück, wenn du wirklich müde bist.
10. Den Kopf entlasten
Gedankenkreisen ist einer der häufigsten Schlafräuber. Wer abends nicht abschalten kann, schreibt offene To-dos oder Gedanken vorher auf. Das gibt dem Kopf das Gefühl, dass nichts vergessen geht, und du kannst loslassen. Ein paar Zeilen in einem Journal helfen, den Kopf zu leeren, bevor du dich hinlegst.
Fang mit einem Tipp an
Du musst nicht alle zehn Punkte auf einmal umsetzen. Such dir ein bis zwei aus, mach sie zur Gewohnheit, und nimm dir dann die nächsten vor. Mit der Zeit entsteht ein ruhiger Abendrhythmus, der deinem Körper jeden Tag aufs Neue signalisiert, dass es Zeit ist, zur Ruhe zu kommen. Guter Schlaf ist kein Luxus, sondern die Grundlage für alles andere.
Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine medizinische Beratung. Bei anhaltenden Schlafproblemen wende dich an eine ärztliche Fachperson.
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