100 Tage ohne Alkohol: Was sich an meinem Schlaf verändert hat — ganz ohne Tracking
Seit über 100 Tagen trinke ich keinen Alkohol. Nicht aus Verbot, sondern weil es gerade nicht zu mir passt. Mein Schlaf hat sich dabei so verändert, dass ich abends regelrecht gerne ins Bett gehe. Und ich messe dabei bewusst gar nichts.
Ich möchte gleich zu Beginn etwas klarstellen: Das hier ist meine persönliche Erfahrung, kein medizinischer Ratgeber. Ich erzähle, was ich selbst erlebe, nicht, was du tun sollst.
Der Grund, warum ich aufgehört habe, ist einfach. Ich verbiete mir nichts. Alkohol lässt sich aktuell einfach nicht mit dem Leben vereinbaren, das ich gerade führe. Ich will fit sein, klar im Kopf, leistungsfähig: im Business genauso wie im Sport. Gerade beim Aufbau eines Unternehmens ist das keine Kleinigkeit, und ich will die beste Form von mir selbst sein können. Alkohol passt im Moment nicht zu der Person, die ich sein will. Das ist keine Entscheidung für immer. Es ist eine Entscheidung für jetzt.
Ich habe nie schlecht geschlafen, und schlafe jetzt trotzdem deutlich besser
Ehrlich gesagt war Schlaf bei mir noch nie ein Problem. Ich schlafe ein, ich schlafe durch, und ich wache morgens wieder auf. So war das eigentlich immer. Aber was jetzt dazugekommen ist, ist eine andere Qualität: Dieses tiefe Durchschlafen ist speziell. Es fühlt sich fast nach perfektem Schlaf an. Und das Schönste daran: ich gehe inzwischen extrem gerne schlafen. Schlaf ist für mich von einer Selbstverständlichkeit zu etwas geworden, auf das ich mich freue.
Am Morgen stehe ich auf und bin erholt. Richtig erholt. Für mich ist das das beste Zeichen, das es gibt — besser als jede Zahl, die mir ein Gerät anzeigen könnte.
Guter Schlaf zeigt sich für mich nicht auf einem Display, sondern am Morgen — daran, wie ich aufwache.
Warum ich meinen Schlaf bewusst nicht tracke
Das ist mir wichtig: Ich messe meinen Schlaf nicht. Kein Ring am Finger, kein Armband, keine App, die mir morgens eine Punktzahl gibt. Ich habe mir tatsächlich überlegt, ein WHOOP-Band zu tragen, und mich dann bewusst dagegen entschieden, gegen den ersten Reiz. Wir haben ohnehin schon genug Geräte und Apps im Alltag, die unsere Aufmerksamkeit wollen. Ich will nicht auch noch im Schlafzimmer ein Display oder einen Score, der mir sagt, wie ich mich zu fühlen habe.
Das klingt vielleicht paradox, gerade weil mir Performance so wichtig ist. Aber für mich ist genau das der Punkt: Ich will spüren, wie es mir geht, nicht es ablesen. Mein Körper gibt mir morgens eine ehrlichere Rückmeldung als jede Kurve in einer App.
Mein Smartphone ist nicht im Schlafzimmer. Alles, was raus kann, ist raus. Und genau das ist der Punkt: Ich konzentriere mich bewusst auf die Basics. Dunkel, ruhig, kein Bildschirm. Statt mehr Technik einzuladen, lasse ich weg, was ich nicht brauche.
Das Einzige, was morgens für mich arbeitet, ist mein Lichtwecker. Es ist sogar mein allererster Lichtwecker, der seit Tag eins meiner Reise auf dem Nachttisch steht und mich noch immer jeden Morgen weckt. Ich freue mich tatsächlich bis heute über das Vogelzwitschern, mit dem er den Tag beginnt — und über das langsam heller werdende Licht statt eines schrillen Tons. Ich greife nicht als Erstes zum Handy. Für mich ist das kein Gadget, sondern das Gegenteil davon: ein Gerät, das ein anderes Gerät ersetzt.
In anderen Ländern ist das längst normal
Was mir auf Reisen aufgefallen ist: In unserer westlichen Welt gehört Alkohol einfach zu allem dazu. Zum Feierabend, zum Essen, zum Anstossen, zum Feiern. Er ist so selbstverständlich, dass das Weglassen fast schon erklärungsbedürftig wirkt.
Meine prägendste Gegenerfahrung war Bali — inzwischen so etwas wie meine kreative Heimat. Dort ist es völlig normal, dass viele Menschen wenig oder keinen Alkohol trinken und stattdessen bewusst leben. Es fällt niemandem auf, es ist kein Thema. Dieses andere Selbstverständnis hat mir gezeigt, dass unsere Trinkkultur eine Gewohnheit ist, keine Notwendigkeit. Und Gewohnheiten kann man hinterfragen. Genau dieser Gedanke steckt auch hinter der Idee, aus der LUMERIX entstanden ist.
Weniger statt mehr — das ist für mich der ganze Trick
Wenn ich die letzten 100 Tage auf einen Gedanken bringen müsste, dann diesen: Besser schlafen heisst für mich nicht, mehr zu tun. Es heisst, weniger zu brauchen. Weniger Alkohol am Abend. Weniger Bildschirm im Bett. Weniger Geräte, die mitmessen wollen. Und das Erstaunliche ist, wie viel dieses Weglassen zurückgibt.
Es fühlt sich inzwischen fast wie ein Sog an — im guten Sinn. Ich merke, wie gut es mir tut, und will gar nicht mehr aufhören. Das ist kein Verzicht, der sich nach Verzicht anfühlt. Es ist eher das Gegenteil.
Mein Tipp, falls du neugierig bist
Ich kann jedem nur empfehlen, es einfach mal zu testen. Nicht mit dem Vorsatz „für immer", nicht mit Druck, sondern als Experiment für ein paar Wochen. Schau, wie du dich morgens fühlst. Ohne Tracking, ohne Tabelle. Einfach beobachten, wie es dir geht.
Für mich hatte es bisher nur positive Auswirkungen. Vielleicht ist es bei dir genauso — vielleicht auch anders. Aber es herauszufinden, kostet nichts ausser ein bisschen Neugier.
Hinweis: Dieser Beitrag schildert eine persönliche Erfahrung und ersetzt keine medizinische Beratung. Wer regelmässig Alkohol trinkt und ihn weglässt, kann körperliche Reaktionen verspüren — bei Beschwerden oder Schlafproblemen ist eine Ärztin oder ein Arzt die richtige Ansprechperson.
Mein Lichtwecker weckt mich mit Licht statt mit dem Smartphone — ohne App, ohne Abo. Wenn du wissen willst, wie sich das anfühlt, schau dir HORIZON an.
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